Andorianische Hochzeit

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Die Andorianische Hochzeit beschreibt ein Ritual auf dem Mond Andor, die zur Gründung einer neuen Familie im Clangefüge der Andorianer führt und entsprechend auch begangen wird. Die Andorianische Hochzeit ist ein Ritus, der sehr auf seine traditionelle Ausrichtung bedacht ist und auch in seiner Ausführung stark restriktiv ist. Anders als bei vielen anderen monogamen Völkern, sind bei der Andorianischen Hochzeit zumeist mehr als nur zwei Partner anwesend und bei den großen Familienstämmen ist die Hochzeit ein entsprechend teilnehmerreicher Ritus. Das gesamte Ritual findet an insgesamt drei Tagen statt.


Vorabend

Den Vorabend vor der Hochzeit verbringen die Brautleute getrennt voneinander. Obschon Junggesellenabschiede wie auf der Erde auf Andor traditionell nie üblich waren, werden sie von jüngeren Andorianern gerne begangen, solange die Brautleute dies getrennt voneinander tun. Ältere Mitglieder der Spezies halten dies für eine lästige, aber auch vorübergehende Modeerscheinung und dulden den Ritus. Am Vorabend werden auch die Zeichen der Verlobung abgelegt. Bei Frauen ist dies ein Armreif, der am Oberarm getragen werden kann. Bei Männern wird der Reif meist am Handgelenk getragen, um die Muskeln beim Wachstum und im Krieg nicht einzuschränken. Ob er links oder rechts getragen wird, ist nicht festgelegt.

Während für Männer am Vorabend der Hochzeit wenige Vorschriften existieren, die sich mit Leichtigkeit einhalten lassen (keine Tiere schlachten, keine Älteren beleidigen, kein Eiswurmpüree essen), ist es für die weiblichen Teilnehmer weniger leicht. Auch sie müssen voneinander getrennt sein, dabei aber noch am Vorabend eine strikte Kleiderordnung einhalten. So muss den Bräuten von einer (zwingend weiblichen und unverheirateten) Freundin oder nahestehenden Person eine gelb-rote Tunika angelegt werden. Zudem werden ihnen die Haare von einer Lanze geteilt, die bestenfalls schon einmal im Krieg benutzt wurde. Heutigentags sponsert die Imperiale Garde solche veralteten Lanzenspitzen, auch wenn sie nie im Krieg benutzt werden konnten. Die sechs so entstandenen Haarzöpfe werden von einer alten, verheirateten Andorianerin noch einmal zu einem speziellen Knoten geknüpft. Hält dieser Knoten die Nacht aus, so ist dies ein gutes Vorzeichen für eine lange währende Ehe. Die Nacht vor dem Hochzeitstag verbringen die Bräute alleine.

Schauplatz des Tests: Die Mondoberfläche

Hochzeitstag

Vormittag

Höhepunkt der Hochzeit ist der zweite Hochzeitstag. Bereits am Vormittag dürfen sich die Brautleute wieder sehen, aber viel von dem eigentlichen Festakt passiert noch nicht und dies ist für die Hochzeitsgäste und denen, die man auf der Erde Trauzeugen nennen würde, der unangenehmste Teil. Er findet auf der Oberfläche Andors statt und ist vergleichbar mit einer Art Test. Jede Braut und jeder Bräutigam erwählt sich Freunde (unabhängig des Geschlechts), die ihn durch diesen Test begleiten sollen. Dies wird als Aufgabe verstanden, ob jedes Mitglied der Familie auch im Krieg nicht nur selbst etwas leisten, sondern auch andere mitreißen kann. Die Anzahl der Mitstreiter ist nicht festgelegt, statthaft sind aber zwei bis drei. Die Kleidung für diese Tests ist frei wählbar und wird aufgrund der Anforderungen meist nach praktischen Gesichtspunkten ausgewählt.

Bei dem Test starten die Gruppen der Brautleute getrennt voneinander. Jedes "Team" muss von den Clanälteren festgelegte Aufgaben meistern, welche die Teilnehmer geistig oder körperlich fordern. Meist haben diese etwas mit dem früheren Leben der Braut oder des Bräutigams zu tun und dieser Test wird als eine Art Reinigung verstanden, bei der sich die Brautleute von früheren Lasten befreien und diese symbolisch überwinden sollen, um ganz neu in die Ehe zu gehen. Dabei dürfen ihnen ihre Freunde helfen. In früheren Zeiten gab es bei diesen Tests auch Todesopfer, heute ist dies allerdings nicht mehr der Fall, sondern hat für Andorianer eher Unterhaltungswert. Sind die Tests bestanden, gibt es für alle Brautleute und die Hochzeitsgesellschaft ein feierliches Mittagsmahl mit Eiskrabbenpüree und anderen, vornehmlich leichten Speisen.

Nachmittag & Abend

Nach dem Essen werden die Brautleute wieder getrennt und dürfen sich ausruhen. Früher wurde diese Zeit genutzt, um die Gottheiten der Andorianer anzubeten und ihren Segen für die Ehe zu erbitten, aber heute tun das nur noch jene, die auch an ihre Götter glauben. Die Tunika der Bräute vom Vorabend wird verbrannt und die Clans der Brautleute nutzen die Zeit meist auch, um sich miteinander tiefer bekannt zu machen. Generell dient diese Zeitspanne von ca. zwei Erdenstunden dazu, die Organisation für den Rest des Tages zu tätigen. Und das ist auch nötig.

Im Laufe des Nachmittages findet die Vermählung statt, die paradoxerweise relativ viele Freiheiten offen lässt. Historiker gehen davon aus, sie wäre im Laufe der Zeit so restriktiv überladen gewesen, dass die praktisch orientierten Andorianer diese einfach zugunsten des Pragmatismus aufgegeben hätten. Für gewöhnlich wird ein großer Festsaal gewählt, der allen Anwesenden genug Platz bietet. Die Formalia für eine Vermählung sind recht gering, so muss sie nur von einem anwesenden Beamten und einem bereits verheirateten Andorianer bestätigt werden. Je höher das Ansehen des verheirateten Andorianers, der die Trauung vollzieht, ist, als desto ehrvoller wird die Hochzeit betrachtet. Bei der Trauung ist feierliche Kleidung erwünscht, für Andorianer bedeutet das meist Uniformpflicht mit voller Beschmückung. Kindern wird während der Trauung meist etwas Süßes gegeben. Nach der Trauung steht eine Abordnung der Imperialen Garde Spalier für das Paar, hinter dem die Armreifen der Verlobung hergetragen werden. Danach bekommen die Brautleute wieder Armreifen für Handgelenke oder Oberarme, je nach deren Gusto. Diese sind jedoch neu und in die Innenseiten sind die Namen der Ehepartner eingraviert. Die alten Armreifen werden in Tücher gewickelt und von den Eheleuten in eine der heißen Quellen geworfen. Am Abend wird feierlich miteinander gespeist, es fließt viel Alkohol und wer einmal eine andorianische Hochzeit erlebt hat, für den ist der Abend und die Nacht meist die Zeit, an die er sich am wenigsten erinnern kann. Im Anschluss findet die Hochzeitsnacht statt.

Nachfeier

Am Dritten Tag der Hochzeit speisen die Gäste des Paares wieder miteinander und festigen die Verbindung zwischen Clans und Familien. Am Morgen gibt es das sogenannte "Eiswurmfrühstück", das recht kräftig ist und Kraft geben soll. Während von den Trauzeugen erwartet wird, zu erscheinen, wird es als gutes und glückbringendes Zeichen gesehen, wenn die Brautleute nicht am Frühstück teilnehmen. Zum Mittag werden viele Reden gehalten und das Glück der Ehe gelobt. Während dieser Zeit gesellen sich die meisten Eheleute dann auch wieder zur Gesellschaft. Einige Hochzeitsgesellschaften machen gegen Mittag oder am Nachmittag einen gemeinsamen Ausflug zur Mauer der Helden, das ist aber kein zwingender Brauch. Gemeinsam legt man dort ein paar Zeichen der Andacht an die Gefallenen nieder und erinnert die Eheleute daran, dass auch sie ihren Dienst nebeneinander im wartenden Heer zu tun haben werden. Mit dem traditionell spärlichen Abendmahl werden die Gäste dann entlassen und kehren zum Alltag zurück.

Rolle der Trauzeugen

Der Trauzeuge nach terranischem Ursprung existiert bei andorianischen Hochzeiten nicht. Diejenigen, welche die Brautleute als ihre Freunde zum Test am Vormittag des Zweiten Tages auswählen, haben lediglich eine herausgehobene Position während der Feier. Zu älteren Zeiten waren diese Leute meist jene, die mit den Brautleuten in der Armee dienten und boten auch das Spalier nach der Trauung auf. Ihre Aufgabe war es auch, in Vertretung der Eheleute zur Nachfeier die Gesellschaft zu unterhalten.