Taram Nahira

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Taram Nahira ist ein zeitgenössischer bajoranischer Philosoph und Schriftsteller.

Leben

Taram Nahira wurde während der cardassianischen Besatzung Bajors geboren. Seine Familie wurde wie tausende andere aus ihrer Wohnung in Irfan vertrieben, als die Cardassianer unter der Stadt große Vorkommen von Tarenium entdeckt hatten. Nach der Trennung von seinen Eltern im Vresik-Auffanglager schlug er sich zunächst als Dieb durch, bevor er sich in der Hügelprovinz niederließ und dort als Haushälter für einen kollaborierenden Bajoraner arbeitete. Dieser hatte jedoch insgeheim zahlreiche bajoranische Schriften gesammelt und in einer Höhle neben seinen Äckern versteckt. Aufgrund seiner schwächlichen Statur fiel deren Pflege und Verwaltung Taram Nahira zu. Außerdem nutzte er die Zeit zum Studium der gesammelten Literatur und schuf auch seine ersten eigenen Werke. Nach dem Ende der Besatzung und dem Lynchmord an seinem Arbeitgeber stiftete Taram die gesammelten Schriften und wurde mit dem Aufbau einer Bücherei beauftragt. Im Nachgang der Besatzung schrieb er zahlreiche Einakter über den Umgang der Bajoraner mit Fremdherrschaft, die unklare Trennung von Kollaboration und Widerstand, Geschichtskittung, was jedoch auf Bajor zunächst auf wenig Gegenliebe stieß. Einer der zahlreichen Anschläge aufgebrachter Bajoraner kostete ihm sein rechtes Auge, brachte ihm jedoch auch über Bajor hinaus erstmals größere Aufmerksamkeit ein. Gerade innerhalb der Föderation erhielt Taram Nahira positive Kritiken, was ihm mit der Zeit auch in seiner Heimat steigende Popularität einbrachte. Spätestens mit dem Ende des Dominionkrieges, dessen Ende bei vielen Bajoranern zu einer Neubewertung der cardassianischen Besatzung führte, gilt er als einer der größten Schriftsteller Bajors.

Werke

Zu Beginn seines Wirkens verfasste Taram Nahira vor allem Einakter und Kurzgeschichten sowie einzelne Gedichte. Seine "Vier Jahreszeiten-Zyklus" gehört dabei zu den populärsten modernen Dramen Bajors.

Der Duft des Frühlings

Sein internationaler Durchbruch gelang mit seiner Tragödie "Der Duft des Frühlings", einer Erzählung von Kollaboration und Widerstand während der cardassianischen Besatzung. Es erzählt aus der Perspektive einer namenlosen Bajoranerin die Affäre zwischen ihrer Schwester Talina und dem bajoranischen Offizier Lodok, welche die Familie schlussendlich zereißt und die Erzählerin in den Wahn treibt. Das erfreut sich innerhalb der Föderation großer Beliebtheit. Auf der USS Prevalence fand im Jahr 2383 eine Aufführung des Stückes statt.[1] Auf Bajor wurde es jedoch zunächst äußerst kritisch bewertet, da die Gefühle des Cardassianers Lodok gegenüber Talina aufrichtig erschienen, diese sich jedoch nur vom materiellen Gewinn treiben ließ. Die Tatsache, dass Kritik an dieser Liaison vor allem durch die dem Wahn erliegende Erzählerin geäußert wurde, die in ihren Monologen oft zum Massenmord aufrief und darüber hinaus durch ihre überaus direkte, oft auch sexuell explizite Einbeziehung des Publikums auffiel, rief sowohl die Kritik des direkt nach der Besatzung erstarkten Klerus als auch einiger Widerstandsgruppen hervor, deren Romantisierung in der Zeit direkt nach der Besatzung ihren Höhepunkt fand.

Der Schmerz des Sommers

Der Schmerz des Sommers ist die indirekte Fortführung von Der Duft des Frühlings. Wieder wird das Stück allein aus der Sicht einer namenlosen weiblichen Protagonistin erzählt, die im Haushalt des Cardassianers Lodok als Haushälterin arbeitete, gleichzeitig aber dem Widerstand als Informantin diente. Diese ist innerlich hin- und hergerissen, da sie aufrichtige Liebe, die Lodok Talina offenbart nicht mit ihrem Feindbild vereinbaren kann. Gleichzeitig verachtet sie Talina fürtöt ihre einzig auf persönlichen Gewinn ausgerichtete Beziehung zu Lodok. Zum Ende des Stückes möchte der Cardassianer seine Geliebte heiraten, die jedoch mittlerweile eine Affäre zu einem bajoranischen Koch aufgenommen hat. Die Erzählerin entschließt sich, dass der Zeitpunkt gekommen war dem falschen Spiel ein Ende zu setzen. Als der Widerstand das Haus zerstört und Talina, Lodok und die meisten seiner Angestellten tötet, tröstet sich die Erzählerin mit dem Wissen, dass sie dem Cardassianer immerhin den Schmerz erspart hat, den er verspürt hätte, wenn er sich Talinas wahren Gefühlen bewusst gewesen wäre.

Die Fäulnis des Herbstes

Die Fäulnis des Herbstes wurde wenige Jahre nach dem Ende der Besatzung verfasst und zeigt aus Sicht einer erneut namenlosen bajoranischen Erzählerin den auf Bajor zum Ende der Besatzung herrschenden Sittenverfall. Dieser erreichte nach deren Ende einen neuen Höhepunkt, als zahlreiche Bajoraner versuchten sich in möglichst vorteilhafte Positionen zu bringen. Die Erzählstruktur von "Die Fäulnis des Herbstes" unterscheidet sich von den anderen Dramen Tarams durch die häufige Verwendung von Rückblenden. Die zumeist im fortgeschrittenen Alter befindliche Darstellerin der Erzählerin spielt ihre Rollle dabei in allen Zeitebenen, während die anderen Rollen jedoch in jeder Zeitebene entsprechend dem Alter des Charakters entsprechend besetzt werden. Im letzten Akt des Dramas zerschneidet die Erzählerin die Seile, an denen einige mutmaßliche Kollaborateure an einem vom Herbstwind bereits entblätterten Baum aufgehängt wurden. Aus einer Rückblende wissen die Zuschauer bereits, dass zumindest zwei der Gelynchten unschuldig sind. Besonders zynisch wird das Verbrechen durch die Tatsache, dass der Baum erst wenige Jahre zuvor im Gedenken an ein Massaker zu Beginn der Besatzung angepflanzt worden war, woran sich jedoch nur die greise Erzählerin zu erinnern scheint. An dem Baum gelehnt kündigt sie den zum Teil bereits verwesten Leichen an, ihre Geschichte weiter zu erzählen.


Die Süße des Winters

Das abschließende Stück des "Vier Jahreszeiten-Zyklus" erschien 2392 und erfreut sich föderationsweit großer Beliebtheit, vor allem bei kleineren Theatergruppen. Diese können das Drama aufgrund des zumeist minimalistischen Bühnenbildes und der geringen Anzahl an Rollen dennoch ohne größere Abstriche aufführen. Die beiden Protagonisten bleiben erneut namenlos. Im Stück kehrt ein blinder Greis ein knappes Vierteljahrhundert nach dem Ende der Besatzung in seine Heimatprovinz zurück, um dort zu sterben. Begleitet wird er dabei von einer jungen Ausreißerin, die ihn behütet und seine Augen ersetzt. Betont wird dabei der Kontrast der Wahrnehmungen. Während das Mädchen ständig vor Leidenschaft und Lebensfreude sprüht, gibt der Greis sich auf seiner letzten Reise äußerst melancholisch. Die Jugendliche beschreibt die Welt, wie sie sich ihr darstellt, während der Greis versucht die Beschreibungen des Mädchens mit seinen eigenen Erinnerungen oder Wunschvorstellungen zu vereinbaren. Gerade aufgrund des oft fehlenden Bühnenbildes und der bisweilen ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen sind Leser und Zuschauer förmlich gezwungen sich ihr eigenes - also ein drittes - Urteil zu bilden. Die Tragik der Figur des Greises liegt im späten Bewusstwerden dieser Subjektivität, während das Mädchen sich dieseram Ende des Stücks bereits vor dem Greis bewusst geworden ist. Erst unmittelbar vor seinem Tode und nur mit Hilfe seiner Begleiterin schafft es dieser selbst zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Annika Davion produzierte Mitte 2393 eine Aufführung dieses Stückes im Sport- und Kulturzentrum Little Eden mit Gavin Hamilton als Greis und Sophie Davion als Mädchen.